Boarding Nr. 1

Mehr als fünfmal bin ich nun über den Atlantik geflogen, um meine kleine Sabbatinsel zu erreichen. Bei der Auswahl der Fluglinie habe ich keine Wahl. TAP Portugal ist mein Flugpartner. So musste ich mich im letzten Jahr an Schedule-Changes, unwesentliche Flugzeitenveränderungen und Streiks gewöhnen.

 

Da ich überwiegend tiefenentspannt bin - in diesem wunderschönen, erfüllten, freien Jahr - kommt es auf Zeit nicht an. In Portugal habe ich sie, in Deutschland vermisse ich sie weiterhin.

Nun stehe ich zur gewohnten nachtschlafenden Zeit am Flughafen und reibe mir fassungslos die Augen. Obwohl es Sonntag ist, misst die Warteschlange vor den wenigen, geöffneten Dropp-off-Schaltern mindestens 500 m. Das wird dauern. In der nun folgenden Viertelstunde ist der Raumgewinn minimal, sodass ich mich darüber freue, dass die TAP-Reisenden für ihren Flug nach Lissabon an die Business-Schalter gebeten werden. Welch ein Vorzug!

 

Von nun an geht alles schnell:

Koffer abgeben - der nette Angestellte bittet mich, mich zu beeilen, denn am Gate würde man sich auf das Boarding vorbereiten.

Bordkartenkontrolle vor dem Sicherheitscheck - alles klar!

Sicherheitskontrolle - kein Problem!

Gate A 30 ist nach weiteren neun Minuten erreicht!

Entspannt lehne ich mich zurück, bevor das Boarding beginnt. Das Flugzeug ist in Sichtweite und wird nur noch für mich vorbereitet.

 

"Sie fliegen erst morgen!" Der Eingang in den TAP- Flieger bleibt mir versperrt.

Diese Ansage trifft mich ungebremst und niederschmetternd. Es kann nicht sein, ich habe für heute gebucht.

Sorgenvoll kümmert sich das Bodenpersonal am Gate um mich. "Wie kann das passieren?" "Warum konnten Sie überhaupt schon einchecken?" "Nein, machen Sie sich um Ihren Verstand keine Sorgen." "Das hätte ich vielleicht auch übersehen!" "Nein, Mitfliegen ist nicht möglich!" "Hatten Sie eine lange Anreise?"

Irgendwann dämmert es mir. Der letzte TAP-Schedule-Change für diese Flugbuchung war nicht nur eine Veränderung von fünf Minuten, sondern von einem Tag und fünf Minuten. Frechheit! Dummheit!

 

Nun habe ich Zeit!

Das Catering zuhause übernimmt routiniert mein vielfliegender Ehemann. Der kennt sich damit aus. Und er hat es ja immer schon gesagt! Nein, nicht was der Leser nun über mich denkt, sondern:

TAP: TAKE ANOTHER PLANE

 

Immerhin: Boarding Nr. 1

Ich war die erste, die für diesen Flug eingecheckt hatte. Dies wird mir am nächsten Morgen in aller Frühe am Gate versichert. Stolz bin ich nicht drauf!

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