The winner is ...

Ich liebe Preisverleihungen. Bambi, Goldene Kamera, Goldener Löwe, Goldener Bär, Goldener Leopard, Grammy Awards, und, und, und! Schade, dass sie immer so spät im Fernsehen kommen, denn live konnte ich noch nie dabei sein.

 

Manchmal frage ich mich, ob man als Mutter auch Karten für solche Events bekommt. Wenn der Echo Musikpreis verliehen wird, stelle ich mir meinen Sohn Arne unter den gekrönten Häuptern vor und frage mich bei jeder Ausstrahlung auf's Neue, wo die vielen Eltern dieser vielen Sieger wohl sitzen. Gibt es für sie ganz, ganz oben in den Rängen, die so weit weg sind, dass sie im Kameralicht wie eine dunkle Masse aussehen, ein schmales Plätzchen, an dem sich Papa und Mama stolz aneinander drücken können? Oder müssen sie sich am Fernsehgerät Zuhause die Nase platt drücken und Tränen trocknen? Aber all diese Gedanken darf Arne natürlich nicht wissen (www.arnegieshoff.com).

 

Das schönsten an diesen Preisverleihungen sind die Kleider an schlanken und schönen Körpern und natürlich die Reaktionen der Preisträger. In diesem Moment sieht sie jeder vor sich: Die gut vorbereitete, sprachlich ausdrucksstarke Stellungnahme zum Preis, der gestammelte Dank an die Produzenten (nicht Eltern), der ungläubige Blick, das unterdrückte Schluchzen oder das gehauchte Dankeschöööööön.

Am besten gefallen mir die echten Tränen und die jungen Talente, die wirklich überrascht sind und sich darauf freuen können, gefördert zu werden.

 

Jung, schlank, förderungswürdig - passt irgendwie nicht zu mir - dann schon eher "gut vorbereitet"!

Und so bereite ich mich vor: Eine Dankesrede auf Portugiesisch und Englisch soll es werden. Umringt von Wörterbuch-Apps in Portugiesisch und Leo für Englisch präpariere ich mich. Nachdem der Text auf dem Papier ist, muss er laut artikuliert und geübt werden.

 

In dieser Vorbereitung habe ich bereits langjährige Übung. Genau so, allerdings ohne Wörterbücher, probe ich den Einstieg in Elternabende. Ich bin also absolut showerfahren. Nur mit dem Unterschied, dass am Ende meiner Elternabend-Showeinlage kein Preis steht, sondern ein trockener Mund und immer häufiger eine gewisse Sprachlosigkeit.

 

Mit dem App ITranslate werden noch die letzten Aussprachestolperer überwunden und nun  kann die Preisverleihung kommen.

 

 

Alljährlich gibt es in Porto Pim, einem Stadtteil von Horta, einen Kunstwettbewerb mit anschließender Ausstellung. Unter dem Motto "Wer wagt, gewinnt!" melde ich mich an. Drei Werke dürfen teilnehmen.

Und kaum zu glauben - ich bin Preisträgerin!

 

"The jury of the art contest Porto Pimtado 2012 decides to give an honorable mention to the work, "Ninfa de Banho". Congratulations! "

 

Ach so!

Meine gut vorbereitete Rede wollte keiner hören. Es blieb bei Umarmungen, Händeschütteln und Glücklichgucken.

Schade! Sie wäre auch einen Preis wert gewesen, vor allem da sie theatralische Momente hatte. Nun stecke ich sie in die Schublade und dort wartet sie auf ihren Auftritt! 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Holger Halfmann (Montag, 27 Januar 2014 21:14)

    Pressemitteilung

    Memórias do Canal

    Der Filmemacher Holger Halfmann hat nun seine Wettbewerbsbeiträge die bei Pimtado 2013 eingereicht wurden, für die Öffentlichkeit frei gegeben.

    Die 3 Kurzfilme entstanden allesamt in der Bucht unterhalb des Monte Guia, der von Madalena aus zu sehen ist.

    Sie sind kostenfrei unter folgendem Link zu sehen: http://springhin.de/RbT7E