Gieshoff im Museum 2019/2020

Die erste Triennale-Kunst zeigt aufregende Skulpturen und beängstigende Videos in Hofheim. 

Heute ist morgen schon wieder gestern. Wohl wahr und auch ganz klar, der „Blick auf heute“ könnte morgen schon wieder ganz anders aussehen. „Ein wildes Spielfeld“, dieser Blick auf die zeitgenössische Kunst, würde Amalie Wilke sagen. Individuell schauen, subjektiv wahrnehmen, der „Blick aus dem Bauch“, darauf kommt es der Kunsthistorikerin an. Die erste „Taunus Kunst Triennale“ im Stadtmuseum zu Hofheim will genau diesen Blick im positiven Sinne provozieren. Und Amalie Wilke will genau das aus den Besuchern herauskitzeln, die sie durch die Werkschau zeitgenössischer Künstler begleiten.

Sie will keine Distanz, sie fordert Subjektivität aus Leidenschaft, es gibt kein falsch oder richtig in der Kunstbetrachtung, schon gar nicht in der Jetztzeit von Kunst, aber es gibt immer Emotion und manchmal völlig disparate Wahrnehmung, auf deren Feld man „wunderbar eine Debatte aufmachen kann“.

Die Sonntagsführungen von Amalie Wilke, die sich mit ihrer Kollegin Monika Öchsner abwechselt, sind kleine Expeditionen durch die Welt von Künstlern aus dem Main-Taunus-Kreis, die in ihren Arbeiten einen „Blick auf heute“ werfen. Ganz nah dran am Heute und gleichzeitig der „Vergänglichkeit der Zukunft“, wie sie einen Zyklus ihrer aktuellen Werke nennt, ist Claudia Poeschmann mit ihrer Mischform aus gemaltem Bild und digitaler Bearbeitung. Gemalte QR-Codes auf Leinwand sind keine Tarnung, sie führen per Scan-App übers Handy auf die Website der Künstlerin und öffnen dort Varianten des Blicks auf die Gegenwart. Das Kunst-Spiel ist eröffnet, ein Smartphone hat fast jeder im Dutzend der Gruppe dabei. Amalie Wilke strahlt, die Debatte ist eröffnet.

Nur wer auf den Beipackzettel geschaut hat, weiß in diesem Moment, dass Claudia Poeschmann 71 Jahre alt ist. Im gleichen Raum der große Bronzekopf von Wanda Pratschke, geboren 1939 in Berlin. Seitlich liegend auf einer Art Palette, zeitlos schön. Assoziationen weckend, Dornenkrone oder Dornröschenschlaf, „eher weiblich auf jeden Fall“, finden die Damen unter den Kunstinteressierten. „Ich liebe diese Plastik“ sagt Amalie Wilke mal so aus dem Bauch heraus. Oh, da werden kurz die Regeln der Kunstbetrachtung im Museum verletzt, man muss vereinzelt diese Materialität der Figur „Traum II Kopf“ haptisch mit den Händen betrachten.

Das ist erlaubt bei Kai Wolfs kinetischen Objekten im surrealistischen Geist. Sein Zeitspiel eine Art Perpetuum mobile. Auf eine vertikale Holzoberfläche gestreute Eisenspäne formen sich, angetrieben von einem beweglichen Magneten, zu immer neuen Formen, Figuren, Insekten in ihrem kleinen Raum-und-Zeit-Kosmos. „Die Zeit ist das, was vergeht und zugleich als einziges unvergänglich ist“, sagt Kai Wolf. Zeit ist immer hier, jetzt, heute.

Ein Spiel mit Zeit, die Visualisierung von Zeit fängt den Besucher bereits im Foyer mit der Installation des Lorsbacher Künstlerpaars Mary Zischg und Ernst-Ludwig Kolt ein. Natürlich lässt Amalie Wilke den Zeit-Zug zu seiner einstündigen Reise hier abfahren. Man muss sich der emotionalen Öffnung beim „Blick auf heute“ verschreiben, wenn der Trip erhellend sein soll.

@Jürgen Streicher  - Frankfurter Rundschau vom 22.12.019

 

Gieshoff im Museum 2018

Kinder an die Kunst

Die Burg-Schule Eppstein zu Gast im Stadtmuseum Hofheim

 

23. Februar – 25. März 2018

 

 

Plattformen für Kinderkunst gibt es selten. Kunst von Kindern wird eher belächelt und lediglich in Oslo gibt es das weltweit einzige Museum für Kinderkunst. 

Picasso erzählte oft, dass er, als er ein Kind war, wie ein großer Meister malte. Aber um malen zu können wie ein Kind, musste er ein Leben lang lernen. So wie bei Picasso findet man kindliche Handschriften bei vielen Künstlern, bewusst erarbeitet und entwickelt. 

Doch warum nimmt man nicht einfach die unbefangene und natürliche Malerei von Kindern als Grundlage und Bestandteil von Ausstellungen ebenso wahr wie Arbeiten von Erwachsenen, die versuchen diese Freiheit und Unbefangenheit von Kindern  zu erlernen?

 

Die Malerin und Kunstpädagogin Sabine Gieshoff tut dies und verbindet das große Schaffenspotenzial ihrer Grundschüler an der Burg-Schule Eppstein mit ihrer eigenen Malerei. So entsteht seit Jahren eine Sammlung von Bildern mit verschiedenen Bildebenen. 

 

Sabine Gieshoff gründete 2008 in der Burg-Schule Eppstein ein Kinderatelier, in dem die Schüler in Pausen, in freien Arbeitsphasen und im Unterricht selbstbestimmt arbeiten können. Viele der ausgestellten Bilder sind dort entstanden und weiterentwickelt worden. 

Die Ausstellung präsentiert zum einen eine Auswahl von Bildern, die Sabine Gieshoffs Arbeiten mit der Malerei ihrer Schüler verknüpft, zum anderen aber auch nur Kindermalerei. Sie zeigt die Weiterentwicklung der Kinderbilder über mehrere Jahre, beeinflusst von Unterrichtsthemen, Museumsbesuchen, Künstlern und natürlich vor allem durch die Entwicklung der gestalterischen Fähigkeiten der Kinder selbst. 

 

Das Stadtmuseum Hofheim stellt sich der Herausforderung, Malerei von Kindern ernst zu nehmen und mit ca. 50 Werken in dieser Ausstellung gekonnt zu präsentieren.

 

Portugal 2013

SABINE GIESHOFF beim TV Sender RTP Portugal

Jornal Fazendo Ausgabe 86 und 87

TRIBUNA DAS ILHAS online
sexta, 21 junho 2013 10:59

Uma exposição alegre

Escrito por  Victor Rui Dores

Está patente até 5 de Julho, na sala de exposições da Biblioteca Pública e Arquivo da Horta, uma exposição de pintura com o título genérico de “Momento Faial”, da autoria da artista plástica Sabine Gieshoff, mulher discreta e reservada, professora alemã que, em licença sabática, vive há quase um ano na ilha do Faial.

Entramos e deparamos com uma pluralidade temática e uma diversidade cromática. Trata-se de uma exposição alegre, quiçá, divertida, de cores solares, uma pintura que viaja pela ilha do Faial e se projeta por outros territórios.

Sabine Gieshoff demonstra capacidade de inovar em materiais e modos de expressão, apresentando maneiras outras de visualizar. Por exemplo: alguns quadros estão dispostos no chão e o visitante é convidado a colocar-se em cima de uns banquinhos para uma visão “picada” dos mesmos.

Exposições como esta são feitas para ver de perto, quase como quem folheia, página a página, uma publicação. Isto faz com que a atenção ao pormenor seja especialmente relevante para o entendimento de cada quadro.

Numa visão reinventada do real, a pintora capta uma alma longínqua, uma identidade do recôndito, uma aventura imanente do Faial. E partilha connosco uma visão luminosa (também irónica e crítica), de momentos vividos e de instantes suspensos do quotidiano da ilha: o velhote sentado placidamente num banco; a rusticidade de vacas, cabras e cavalos; os banhistas na praia; a “Ninfa de Banho” (que tanto pode estar na Praia do Almoxarife como em Londres ou na Lua)... E podemos ver baleias, golfinhos e carpas. E há a visão apetecível da montanha do Pico. E, aqui e ali, despontam figuras femininas, em poses pensativas e ensimesmadas…

 Tudo isto nos é dado através de um imaginário figurativo, de uma encenação e de uma experiência criativa do olhar. Gostei e não dei o meu tempo por perdido.

 

                   Victor Rui Dores

Ich war dann mal weg! Pressetext September 2013

Malerei und Me(e)r

Ein ganzes Jahr hat die Niedernhausener Künstlerin Sabine Gieshoff der Malerei gewidmet. Während ihres Aufenthaltes auf der Azoreninsel Fajal hat sie Land und Leute in ausdrucksstarken Bildern eingefangen und dort eine in Presse und Fernsehen vielbeachtete Ausstellung präsentiert. Zu diesem Erfolg trug auch ihre Ausstellungserfahrung als Mitglied der Künstlervereinigung „Form, Bild und Farbe“ aus Niedernhausen bei.

 

Eine Ausstellung im Zentrum Alte Kirche in Niedernhausen bildet nun den Abschluss dieses schöpferischen Jahres. Vom 6.-8. September sind  Kunstinteressierte eingeladen,  Werke von Sabine Gieshoff zu betrachten und mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung ist am Freitag  und Sonntag von 16-19 Uhr geöffnet. Am Samstag öffnet die Ausstellung ihre Pforten um 19 Uhr. An diesem Tag wird auch ein musikalisches Programm geboten: Das Vocalensemble Le Courage aus Niedernhausen und die Band Acid Grace aus Mainz werden die Besucher mit abwechslungsreicher Musik erfreuen. 

 

September/Oktober 2013

Brasilien – mehr als Zuckerhut und Samba!

29 Künstler und ein vielfältiges Rahmenprogramm bieten interessante Einblicke in ein facettenreiches Land.

Unter dem Motto „Brasilien – mehr als Zuckerhut und Samba“ steht die diesjährige. Gemeinschaftsausstellung der „Kunst im Schaufenster“, die der Kulturring Idstein in Zusammenarbeit mit Idstein Aktiv vom 27. September bis 13. Oktober im Gerberhaus Idstein veranstaltet.

 

Brasilien wird als Ehrengast der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt, als Gastgeberland der WM 2014 sowie der Olympiade 2016 in den Medien aktuell sehr vielschichtig beleuchtet. Davon inspiriert präsentieren 29 Künstler im Gerberhaus ihre themenbezogenen Arbeiten - eingerahmt von einem abwechslungsreichen Programm mit Vorträgen, Lesungen, Tanz-Workshops, Kreativ-Angeboten und Musikeinlagen. Diese sollen weitere Aspekte des Mottos, zum Beispiel Geschichte, Religion, Musik, Geographie sowie soziale Themen, in das Gesamtkonzept der Veranstaltung integrieren. Der Erlös des Begleitprogramms wird an die in Brasilien gegründete, gemeinnützige Organisation „Fazenda da Esperanca“ – „Hof der Hoffnung“ gespendet.

Parallel zur Gemeinschaftsausstellung im Gerberhaus präsentieren sich die Künstler vom 27. September bis 31. Oktober - unabhängig von einem vorgegebenen Thema - ganz individuell in den Läden und Schaufenstern der Idsteiner Unternehmen und machen damit einen herbstlichen Einkaufsbummel in der Hexenturmstadt zu einem besonderen Erlebnis.

Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 27. 9., um 19:00 Uhr im Gerberhaus, musikalisch begleitet durch brasilianische Rhythmen der „Banda Cajuina“. Weitere Veranstaltungen dort sind:

Kreatives Arbeiten für Kinder mit Stefan Seeberg und „Tanz Taktell“ am 28. 9.und 3./5./12. 10. jeweils von 11:00 bis 14:00 Uhr;

Samba-Workshop mit Stefan Seeberg und „Tanz Taktell“am 1. und 8. 10. jeweils von 19:30 bis 20:30 Uhr;

 

Der Literaturkreis des Kulturrings präsentiert Professor Erhard S. Gerstenberger mit einem Vortrag zum Thema „Befreiungstheologie“ am 30. 9. von 19:30 bis 21:30 Uhr und die brasilianische Autorin Beatrize Bracher in einer Lesung ihres Werkes „Antonio“ am 10. 10. von 19:30 bis 21:30 Uhr;

„Fazenda da Esperanza“ stellt sich am12. 10. von 10:00 bis 12:00 und im Rahmen einer abendlichen 
Finissage von 18:00 bis 20:00 Uhr mit einem Informationsstand und einem Diavortrag über ihre Arbeit 
vor. 

Öffnungszeiten für die Ausstellung im Gerberhaus:
Montag - Freitag:                   15:00 - 17:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag:    11:00 - 17:00 Uhr
Samstag, 12.10.2013                10:00 - 20:00 Uhr